Dem Leben mehr Jahre und den Jahren mehr Leben geben -

 das ist die Kunst des Ayurveda - die "Wissenschaft vom Leben"

 


Elementmagie


 

Die Lehre von den 4 Elementen geht auf die griechische Naturphilosophie zurück. Die vorsokratischen Philosophen haben sich intensiv damit auseinander gesetzt, woraus die Welt gemacht sei.

 

Thales von Milet (ca. 624 -546 v.Chr.) nahm an, alles bestünde aus Wasser.

Anaximenes (ca. 585-525 v.Chr) nahm an, die Luft sei der Urstoff aller Dinge.

Empedokles (ca. 492-432 v.Chr.) schließlich entwickelte die Theorie der vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft, die sich durch Liebe verbinden, bzw. durch Hass wieder trennen.

 

Daneben entstand bereits zu Thales' Zeit und auch später bei Aristoteles die Annahme eines fünften Elementes, das als Ursprung der 4 Elemente gilt und alles Sein durchwebt: Der Äther.

 

Um zu verstehen, was Äther ist, ist eine Methapher am klarsten:

Der Äther ist eine Art Leinwand, die 4 Elemente sind die Farben, mit der auf der Leinwand gemalt wird. Ohne die Leinwand würden die Farben nur einen grauen Brei erzeugen, aber durch die Leinwand können sie Bilder und Formen erzeugen. Der Äther ist das zusammenhängede Grundgerüst, dass alles zusammenhält und verbindet. Es ist sozusagen der "Kleber", der den vier Elementen die Möglichkeit gibt, sich zu verbinden und so zusammenhängend etwas zu erzeugen. Damit ist es eigentlich kein Element!

In der Elementemagie werden die Elemente nicht mehr stofflich, physisch betrachtet sondern als verschiedene Energieformen. Die Feuerenergie beispielsweise besteht nicht aus Feuer, sondern kommt in einem realen Feuer nur am deutlichsten zum Ausdruck. Die vier Energien existieren nicht real in Reinform in der Welt, sondern nur als Analogien.

 

Analogie-Tabellen gibt es sehr viele verschiedene, vor allem über die Anordnung der Elemente zu den vier Himmelsrichtungen finden sich die verschiedensten Angaben. Letztlich muss jeder selber entscheiden, was er für sich als stimmig empfindet. Hier sind die 4 Elemente der Astrologie angepasst und entsprechend angeordnet:

 

Osten - Luft - Frühling

Der Osten steht für den Anfang, den Sonnenaufgang, deshalb ordne ich ihm den Frühling zu, der ersten Jahreszeit, die mit der Frühlingstagundnachtgleiche am 23.03. (da der Februar nur 28 Tage hat, kommt es hier zu einer leichten Verschiebung) beginnt (Anfang Sternzeichen Widder). Im Zentrum des Frühlings, wenn die Energie des Frühlings am stärksten ist (Anfang Mai, Beltane), regiert das Sternzeichen Stier, ein Erdzeichen. Doch ordne ich Frühling und Osten der Luft zu.

 

Süden - Feuer - Sommer

Im Süden steht die Sonne am höchsten, es zeigt den hellsten und wärmsten Teil des Tages an und damit ordne ich den hellsten und wärmsten Teil des Jahres, den Sommer auch dem Süden zu. Der Sommer beginnt zur Sommersonnenwende am 21.06.. 

Es ist der Beginn des Sternzeichens Krebs. Im Zentrum des Sommers (Anfang August, Lammas) regiert das Zeichen Löwe, ein Feuerzeichen. Dem Sommer ordne ich das Element Feuer zu.

 

Westen - Wasser - Herbst

Im Westen geht die Sonne unter, es wird dunkler und kühler. Deshalb ordne ich dem Westen den Herbst zu, wenn es dunkler und kühler wird. Der Herbst beginnt zur Herbsttagundnachtgleiche am 21.09. - dem Beginn des Sternzeichens Waage. Im Zentrum des Herbstes, zu seiner stärksten Zeit (Anfang November, Samhain), regiert ein Wasserzeichen: Skorpion. Ich ordne Herbst und Westen das Wasser zu.

 

Norden - Erde - Winter

Im Norden wandert die Sonne (bildlich) unter der Erde, es ist Nacht, die Zeit der Ruhe und der Dunkelheit. Deshalb ordne ich auch die dunkle und kalte Jahreszeit, Winter, dem Norden zu. Der Winter beginnt am 21.12. zur Wintersonnenwende, wenn das Sternzeichen Steinbock beginnt. Zu seiner stärksten Zeit (Anfang Februar, Imbolc) regiert zwar ein Luftzeichen: Wassermann, doch ich ordne Norden und Winter der Erde zu.

 

Dies also die Verbindung der 4 Elemente zu den Himmelsrichtungen, Tageszeiten, Jahreszeiten, Sternzeichen und auch zu den 8 Hexensabbaten. Nun weiß ich bereits, wann welches Element am stärksten ist, sowohl über den Tag als auch übers Jahr verteilt und in welche Himmelsrichtung ich mich bei den Räucherungen wenden kann.. 

 

Außerdem sind die Gegensätze

Erde - Wasser

Feuer - Luft

jetzt klar, denn dieselben Gegensätze gelten auch in der Astrologie. Einem Wasserzeichen liegt immer ein Erdzeichen als komplettes Gegenteil gegenüber und einem Luftzeichen immer ein Feuerzeichen als Opponent.

 

Die Beziehungen untereinander

 

Gegensätze ergänzen sich:

Feuer braucht Luft (Sauerstoff) um zu brennen,

Ideale (Luft) brauchen Leidenschaft (Feuer) um verwirklicht zu werden.

Wasser braucht Mineralien (Erde) um Leben zu spenden,

Erde braucht Wasser, um Pflanzen wachsen zu lassen.

 

Wenn Gegensätze aufeinander treffen, können sie zusammen etwas Neues erzeugen.

Im Uhrzeigersinn betrachtet braucht das folgende das vorherige Element und zerstört es dabei. Feuer braucht Holz (Erde) um zu brennen. Es zerstört dabei Erde. Vom folgenden Element Wasser wiederum wird es gelöscht.

Feuer zerstört Erde, Erde zerstört Luft, Luft zerstört Wasser, Wasser zerstört Feuer.

 

Umgekehrt betrachtet:

Erde verstärkt Feuer, Feuer verstärkt Wasser, Wasser verstärkt Luft, Luft verstärkt Erde.

Wenn ich also zuviel Feuer habe, kann ich es mit Wasserenergie löschen.

Wenn ich zu wenig Feuer habe, kann ich es mit Erdenergie fördern.

Wenn ich ausgeglichene Feuerenergie habe, kann ich es mit Luftenergie kreativ umsetzen.

Diesen Ansatz macht sich auch der Ayurveda seit jeher zunutze, reguliert und harmonisiert die sogenannten "Doshas" (überhöhte bzw. stark reduzierte Eigenschaften, Ungleichgewichte,..) des menschlichen Körpers.