~ Huka He - Navajo indianisch: "heute wäre ein guter Tag zum Sterben" ~ 

 


Ein SCHamanisCHER Weg


Schamane zu werden, kann sich der Mensch nicht aussuchen. Der schamanische Weg dauert dein ganzes Leben, er führt nirgends hin und du kommst nirgends an. Der Mensch wird vom Geist, vom Leben an sich zum Schamanen geformt. Wie ein Stück Ton in den Händen des großen Geistes, welches geschmeidig geknetet wird.

 

Der Schamane erkennt sich daran, dass er schwere Krankheiten, so genannte Schicksalsschläge und Lebenskrisen bewusst und heil überstanden hat. Er erkennt sich als Schamane, da er seine weit geöffneten Arme, in Zeiten schwerer Not, zum Himmel ausgebreitet hat und in tiefer Demut auf die Knie gesunken ist, die Stirn auf Mutter Erde ruhend, die Hände den Boden berührend. Ein Schamane, sich stets der Macht der Elemente bewusst, ist fest verbunden mit Vater Himmel und Mutter Erde und allen Geschöpfen unter der Sonne. Ihm ist bewusst, dass ausnahmslos alles durchdrungen ist vom göttlichen Geist. Er erkennt die Zeichen auf seinem Weg und deutet sie mit seinem Herzen. Den Hirsch auf der Lichtung, die Wolken am Himmel, die Spuren im Schnee, den Trommelschlag, das Feuer und die Asche,… 

 

Er achtet die Rhythmen der Natur, zählt den Mond und liest die Sonne. Er lebt mit den Elementen, ruft ihren Geist an und ist gesegnet mit ihrer Unterstützung.

 

Er betrachtet die Welt durch kindliche weise Augen, ist sanft und kraftvoll zugleich. Ein Schamane kann reisen zwischen den Welten, kann kommunizieren mit dem Geist, der jeder Pflanze und jedem Tier innewohnt und ist nicht getrennt von irgendeinem anderen Wesen. Für ihn sind Innen und Außen ein und dasselbe. Er erkennt sich in allem und jedem wieder und vor allen Dingen erkennen sich Schamanen untereinander. Meist erkennt ein Schamane aufgrund seiner Bescheidenheit selbst nicht an, dass er einer ist. Doch genauso wenig wie er seinem Weg ausweichen kann, kann er der An - Erkennung der anderen ausweichen und wird es auch nicht tun, denn er wird auf seinem Weg stets durch weitere Initiationen erinnert. Ebenso wenig können sich andere seiner kraftvollen Anziehung und Macht widersetzen.

 

Er ist ein konsequenter doch liebevoller Lehrer und gleichermaßen gehorsamer Schüler, er ist immer von Schülern und Lehrern umgeben. Nicht immer in menschlicher Gestalt.

 

Sein Stamm ist seine Familie, zu dessen Wohle er stets handelt und für den er sein Leben geben würde. Er gibt stets, wenn er sich etwas nimmt und schafft einen Ausgleich, hält die Balance und hinterlässt keine Spuren, er beutet die Natur nie aus und schätzt ihre Gaben. Wenn die Zeit gekommen ist, lässt er alles hinter sich und zieht weiter. Wann dieser Zeitpunkt für Aufbruch gekommen ist, spürt der Schamane sehr genau, schnürt sein kleines Päckchen und geht seines Weges. Er besitzt nichts und erfährt somit die gesamte Fülle allen Daseins. 

Manchmal zieht der Schamane ohne seinen Stamm weiter oder zieht sich zurück, um Visionen zu empfangen. Er geht ein in die große Stille, wird unsichtbar und ist ganz Geist.

 

Wenn ein Schamane sich nicht von sich aus zurückzieht, wird eine Situation ihn dazu bewegen.

Eine Krise, eine Krankheit, ein schwerer Verlust….

Dann begibt er sich auf die Reise nach innen, in den tiefsten Wesenskern, geht durch das läuternde Feuer und stirbt wieder einmal, um an der Schwelle des Todes alle Antworten zu erhalten, die er für den künftigen Schritt benötigt.

So weiß er denn, dass dies geschehen muss und ist furchtlos, ängstigt sich nicht des Todes, sondern heißt ihn willkommen, denn er weiß, wenn er nicht stirbt, kann er nicht zu neuem Leben erwachen, kann nicht mit den Ahnen sprechen und stirbt innerlich ab. Darum nimmt er den Impuls wahr, der ihm deutlich die Richtung vorgibt und lässt geschehen – voller Vertrauen und sich der Möglichkeit bewusst, einmal nicht wieder zu kehren. 

Manchmal wird er von einem Stammesmitglied auf dieser inneren Reise begleitet, Pflanzen werden geräuchert und auf den fiebernden Körper gelegt, als Gebräu oder Brei dem Schamanen verabreicht, um den Geist der Pflanze sein Werk tun zu lassen. Die Trommel wird geschlagen, um den Schamamen in tiefer Trance an  seinen Herzschlag zu erinnern, bis er selbst wieder stark genug ist und sein Herz im eigenen Rhythmus schlägt Oder er geht ein in den ewigen Geist und lässt seine Hülle zurück wie einen Kokon, aus dem ein Schmetterling in die Ewigkeit fliegt. 

 

 

Pari*Christine

2006


Der Weg des Herzens ~ Von der Idee der Einheit


 

Der Aloha-, Namasté- und Munay - Spirit basiert auf eine lebensbejahende, entspannte und achtsame Grundhaltung allen Lebewesen gegenüber.

Von diesem Geist durchdrungen zu sein und ihn zu leben, bedeutet, auch mit der Natur tief in Verbindung zu stehen. Nicht nur mit der äußeren, sondern vor allem und auch mit der eigenen Natur.

Aloha - Spirit bedeutet Selbstachtung, Selbstverantwortung und Selbstermächtigung, die auch für mein Gegenüber gilt. 

Diese Attribute finden wir im traditionellen Yoga ebenso wie im Schamanismus der Shipibos des Amazonas und vielen weiteren schamanisch ausgeprägten Systemen, die alle verbunden sind durch einen einzigen Geist, der so viele Namen trägt.

Sie alle münden im „Weg des Herzens“. Dem Weg, der zu Heilung, Harmonie und Frieden führt. 

Die schamanische Lehre der Hawaiinischen Kahunas (Huna) zum Beispiel beinhaltet sieben Energiegesetze, die wir vielleicht als kosmische- bzw. Naturgesetze bezeichnen würden.

Es heißt:

 

Die Welt ist das, was du denkst (IKE) - also träume!

Grenzen existieren nicht (KALA) - alles ist eins. Es existieren alle Möglichkeiten!

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit (MAKIA) - achte deinen Fokus!

JETZT ist der Augenblick der Kraft (MANAWA) - tue es, und zwar sofort!

Lieben bedeutet anerkennen/lieben, was IST (ALOHA) - liebe un-bedingt!

Alle Kraft und Macht kommt von innen (MANA) - ermächtige dich selbst!

Die Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit (PONO) - sei kreativ!

 

„Aloha“ ist in Hawaii das Gesetz der Liebe und stellt nicht nur „das Herz“ der Hawaiianischen Lebenseinstellung dar, sondern ist offizieller Bestandteil der Statuten des Bundesstaates Hawaii.

So ist „Aloha!“ viel mehr als nur ein Gruß:

 

A für AHONU - Geduld

L für LOKAH - Einheit

O für OLOULU - Freundlichkeit

H für HA’HAH’A- Anspruchslosigkeit

A für AKAHA - Sanftheit

 

…und lädt jeden Menschen warmherzig ein, dieser Idee zu folgen und sich und alles, was ist, zu ehren und zu achten, mit Liebe und Freundlichkeit zu begegnen - grundlos und aus jedem guten Grund zugleich!

So grüße ich das Göttliche in dir und das Göttliche in mir mit einem "Namasté" singe dir ein „Munay, Munay!“, um dir die höchste Ehrerbietung zu erweisen, schenke dir ein „Aloha!“ und teile (ALO) das Freudige (OHA) und die Lebensenergie (HA) im Hier und Jetzt und mit allem, was IST ~ einfach so und un-bedingt.

 

Pari*Christine

2015

 

ich suche meinen stamm


Die Leute meines Stammes sind leicht zu erkennen:

 

Sie gehen aufrecht, haben Funken in den Augen

und ein Schmunzeln auf den Lippen.

Sie halten sich weder für heilig noch erleuchtet.

Sie sind durch ihre eigene Hölle gegangen,

haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut,

angenommen und offenbart.

 

Sie sind keine Kinder mehr,

wissen wohl was ihnen angetan worden ist,

haben ihre Scham und ihre Rage explodieren lassen

und dann die Vergangenheit abgelegt,

die Nabelschnur abgeschnitten und

die Verzeihung ausgesprochen.

Weil sie nichts mehr verbergen wollen,

sind sie klar und offen.

Weil sie nicht mehr verdrängen müssen,

sind sie voller Energie, Neugierde und Begeisterung.

Das Feuer brennt in ihrem Bauch!

Die Leute meines Stammes kennen

den wilden Mann und die wilde Frau in sich

und haben keine Angst davor.

Sie halten nichts für gegeben und selbstverständlich,

prüfen nach, machen ihre eigene Erfahrungen und

folgen ihrer eigenen Intuition.

Männer und Frauen meines Stammes

begegnen sich auf der gleichen Ebene,

achten und schätzen ihr "Anders"-Sein,

konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

 

Leute meines Stammes gehen oft nach innen,

um sich zu sammeln,

Kontakt mit den eigenen Wurzeln auf zu nehmen,

sich wieder finden,

falls sie sich durch den Rausch das Lebens verloren haben.

Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück,

denn sie mögen teilen und mitteilen,

geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.

Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder und

können gut damit umgehen.

Sie leiden aber an Isolation und sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und -schwestern.

Die Zeit unserer Begegnung ist gekommen.

 

- Verfasser unbekannt

 

2001


Wakan Tanka

"Du kannst niemals einen anderen Menschen verstehen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist" (Indianische Weisheit)

2000


Die Schamanentrommel

 

…,meine Runebomme, meine Po’i rNga hat endlich, nach so vielen Jahren zu mir gefunden.

Eigentlich gab es die schon, doch sie ist auf Madeira geblieben, als ich (eigentlich für nur 3-4 Wochen Urlaub) nach Deutschland flog. Dort darf sie weitergehen - an den/die Nächste/n!

 

Für die Schamanin ist die Trommel „das symbolische Reittier“ , das Pferd und ihr Werkzeug, mit dem sie auf ihrer „Himmelsreise“ (dem Trancezustand) den „Großen Geist“ , das große Ganze anruft und EINS mit ES wird.

„Wakan Tanka“ ist für die Lakota das Göttliche, Verehrungswürdige, in dem alles Wissen enthalten ist und sich ihnen eröffnet im Schlagen der Trommel.

Hier im Westen würden wir dieses „allwissende“ Prinzip inzwischen als „Matrix“ (lat.) bezeichnen, was „Gebärmutter“ bzw. „Muttertier“ bedeutet und im Deutschen metaphorisch „Matrize“. Die „Blaupause“ - quasi der „Schlüssel“ zu allem, was IST.

Während des Schlagens der Trommel kreiert die Schamanin eine Brücke zwischen den Welten, um z. B. „die Krafttiere“ herbeizurufen. Dann lässt sie geschehen, was geschehen soll, handelt nach ihrer Eingebung.

 

Für die Schamanen in Sibirien ist die Vorstellung wesentlich, dass das Rahmenholz der Trommel aus einem „heiligen“ Baum gefertigt sein muss. Dieser repräsentiert die Achse der Welt bzw. verkörpert den gesamten Kosmos. In der Nordischen Mythologie wird dieser Baum  „Yggdrasil“ (auch „Weltenesche“) genannt.

In der Runenmythologie steht die Rune „Isa“ für den Weltenbaum, der  auch „Rabenbaum“ genannt wird. Sie verkörpert die Eibe oder die Erle, den Eremiten, die Klarheit und symbolisiert das „Hier“, das Verbundensein zwischen Himmel und Erde. Isa steht für die Stille, für das Eintauchen in die Ewigkeit, den Ur-Ozean, die „Ur-Suppe“.

 

Im Reiki repräsentieren diese vertikalen Linien in den Symbolen das „Gehen in die Unendlichkeit“ - in den intuitiven Wissens-Pool, in den Energiefluß. So findet sich in all den unterschiedlichen Mythologien und Kulturen (so wie Religionen..) die gleiche Symbolik wieder. Das christliche Kreuz z. B. be-„zeichnet“ ebenfalls das „Hier“. Die horizontale Linie steht stellvertretend für das “Jetzt“ - die Zeitlinie/die Zeitrechnung.

So wird deutlich, dass alle Methoden - wie das Zeichnen des Kreuzes am Körper, das Zeichnen der (Reiki) Symbole in den Äther, das Schlagen der Trommel usw. - die „EINstimmung“, das „In-sich-gehen“, das „Eintauchen“ und „sich verbinden“ , bzw. das Gewahrsein der ja eigentlich kontinuierlichen Verbindung symbolisieren. Anrufung, Gebet, Dank, Meditation… Andacht, GewahrSein, bewusstes Sein.

 

Jeder kennt diese Momente, wenn das rege Treiben im Innen und Außen „anhält“, auch ohne die Trommel zu schlagen. Augenblicke des „sich Erhellens“, der lichten Momente (auch Erleuchtungszustände genannt), wenn ein Licht aufgeht. Dann sind wir ganz bewusst mit allem verbunden, berührt und können ein tiefes Verständnis für alles und jeden empfinden. Diese Erfahrung von tiefer Verbundenheit und Empathie ist reine Medizin und ermöglicht sogar sogenannte „Spontanheilungen“, weil Körper, Geist und Seele sich verbinden, sich gemeinsam erinnern und verinnerlichen, was sie in ihrem Ursprung und wahrhaftig SIND. Welch heilsame „Vorstellung“: wenn einem jeden Menschen auf diesem einzigartigen Planeten ein Licht aufgeht.

 

~ Jetzt ~

 


Rituale Und zeremonien

Das wahre Gebet bedeutet "Dankbarkeit"!

 

Rituale im täglichen Leben geben dem Handeln Bewusstheit.

Seit jeher gibt es in allen Kulturen rituelle Feste und Zeremonien, die sich auf den Jahreskreis beziehen. Je bewusster ein Ritual ausgeführt wird, desto wirksamer ist es! Hierbei geht es stets um die symbolische Bedeutung des Ritus. Die Symbolik verleiht dem Tun ihre besondere Energie, ihre Kraft .

Durch sinnliches Erleben wird die tiefere Bedeutung des Rituals deutlich gemacht, die in Verbindung mit den Kräften des Lebens stehen. Rituelle Handlungen und Zeremonien bilden eine Brücke zwischen den Welten, der materiellen und der geistigen Welt. Sie sind sinnvoll bei Lebensübergängen, denn sie unterstützen Vorhaben, geben Kraft loszulassen und sind somit hilfreich in Zeiten des Wandels, um sich auf eine neue Situation einzulassen und Ereignisse zu verarbeiten.

Rituale geben Halt und verbinden uns mit unserer wahren Natur, dem Vollkommenen.

 

Die Shipibos im Amazonas z. B. zelebrieren ein Despacho, um Heilkräfte und Energien zu kanalisieren.

Despachos sind kraftvolle, energetische Kunstwerke, die aus Blättern, Blüten, Süßigkeiten, Kräutern, Samen, Salz und vielen weiteren Zutaten bestehen. Jede Zutat wird vorher mit Energie (einem Gebet, einem Wunsch) aufgeladen, bevor sie Teil des Despachos und damit Teil der Zeremonie wird. 

Diese Zeremonie wird auch heute noch fast täglich von ihren Nachfahren, den Q'ero-Indianern aus den Anden Perus, praktiziert. Ein Despacho ist eine Art Mandala, dessen Aufbau einer klaren Intention folgt, und das mit Liebe und Klarheit durchgeführt wird. ~

 



2013